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Rückblick VG-Veranstaltung zum Thema Boden am 21.10.2015

09.11.2015

Im Rahmen der jährlich in Dresden stattfindenden Umundu Festival Woche lud die VG am Mittwoch, 21.10.2015 in die Pohlandpassage zu einer Diskussion ein.
Um über das Thema: „Immer schön auf dem Boden bleiben – was haben wir als Verbraucher mit dem Boden unserer Produzenten zu tun?“ waren als Gäste Ina Franz vom Biohof Franz in Gohlis, Norbert Steul vom Hof Mahlitzsch bei Nossen und Oliver Leipacher von der Biogärtnerei Auenhof geladen.

Die Lieferanten berichteten von ihren eigenen Erfahrungen mit dem Boden, auf dem sie anbauen und warum dieser so wichtig ist. Wie die Bodenfruchtbarkeit erhalten und entsprechend der Vorgaben bewirtschaftet wird. Es wurden Vergleiche zwischen konventioneller und ökologischer Landwirtschaft gezogen und erläutert wie die eine die andere beeinflusst.
Auch Probleme, die es bei der Bewirtschaftung der Böden gibt wurden beleuchtet. So sah sich Oliver Leipacher in den letzten Jahren oft mit Bodenerosion konfrontiert, welche zur Folge hatte, dass die betroffenen Flächen zeitweise nicht bewirtschaftet werden konnten. Auch andere Bereiche des Auenhofes waren betroffen, etwa ein Teich der aufgrund eines Erdrutsches voller Schlamm war und ausgebaggert werden musste. Ines Franz hingegen ist indirekt Nutznießerin eben dieses Schlammes, die Elbehochwasser der vergangenen Jahrhunderte haben ihren Feldern, welche in den Auen liegen, Nährstoffe gebracht. Jedoch konnte sie im jeweiligen Jahr der Überschwemmung betroffene Felder ebenfalls nicht mehr benutzen und auch Haus und Hof waren betroffen. Schadstoffe im Boden durch Hochwasser sind in diesem Zusammenhang nicht nachweisbar.
Unser dritter an diesem Abend anwesende Lieferant Hof Mahlitzsch erlitt 2014 Schaden durch Herbizitabdrift von einem konventionellen Landwirtschaftsnachbarn. Die betroffenen Gemüsekulturen mussten dem Kompost zugeführt werden und auf den Flächen konnten in diesem Jahr kein Gemüse mehr angebaut werden.
Die Herausforderungen mit denen unsere Produzenten konfrontiert sind, gestalten sich vielfältig, wirken sich in jedem Fall auch auf uns als Verbraucher aus.
Auf die Frage, was denn nun der einzelne Verbraucher tun kann, außer bestimmte Produkte in bestimmten Läden zu kaufen oder etwa bewusst nicht zu kaufen, antworteten unsere Gäste: Aufmerksam sein, nachfragen, zu den Hoffesten, sowohl zu den konventionellen Betrieben als auch zu den Bio-Betrieben, gehen. Mit offenen Augen durch Wald und Flur gehen und kritisch hinterfragen.


Links für Interessierte:
Bodenerosion
http://www.umwelt.sachsen.de/umwelt/boden/12208.htm
http://www.umweltbundesamt.de/themen/boden-landwirtschaft/bodenbelastungen/erosion
http://green.wiwo.de/erosion-durch-wind-und-regen-agrarindustrie-gefaehrdet-boeden-in-deutschland/

Abdrift
http://www.bioland.de/infos-fuer-erzeuger/aktuelles/erzeuger-detail/article/abdrift-auf-oeko-flaechen.html

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